Cornelius über Betriebswirtschaft

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Wo will ich studieren? Hinter dem Studienort stand lange ein großes Fragezeichen. Auch als schon klar war was ich studieren würde, wusste ich immer noch nicht wo. Zu viele Punkte waren dabei wichtig,

Die Stadt darf nicht zu groß und nicht zu klein sein. Die Universität muss gut ausgestattet sein und auch neben dem Studium was zu bieten haben.

Letztendlich spielt natürlich auch das Auge mit. Wer will schon täglich eine Universität besuchen die beim bloßen Anblick schon ein schlechtes Gefühl bereitet? Wo die Vorlesungssäle optisch aus Vor-Kriegstagen zu sein scheinen und nur die Wände grün sind?

Auf einer Ausbildungsmesse in meiner Heimatstadt Essen habe ich mich dann über verschiedene Studienangebote in verschiedenen Städten informiert. An die Möglichkeit in den Niederlanden zu studieren, hatte ich bis dahin keinen Gedanken verloren. Auf der Messe waren dann einige niederländische Hochschulen vertreten und ich wurde ausgiebig über die Möglichkeiten informiert, die die Niederlande zu bieten haben.

Im Frühjahr habe ich den Tag der offenen Tür der Universität Twente besucht und danach alle anderen Universitäten von meiner Liste gestrichen. Zu überzeugend war der Auftritt der Universität Twente. Zu grün der Campus, zu neu die Gebäude und Ausstattung.

Auch die Stadt hat gepasst. Danach kam nur noch die Formalität der Anmeldung.

Vor Studienbeginn habe ich noch den Intensivsprachkurs der Universität gemacht, da mein Studiengang auf Niederländisch gegeben wird. Als der bestanden war und ich eine Wohnung gefunden hatte, ging schon kurz darauf das Studium los. In der ersten Vorlesung meinte der Dozent: „Ich erwarte, dass bis nächste Woche die ersten drei Kapitel gelesen sind. Die Studenten sind in Gruppen eingeteilt und die erste Gruppenarbeit muss bis Montagmorgen online abgegeben werden!“ Pro Quartal hat man drei Fächer und die anderen beiden starteten ähnlich. Da saß ich nun alleine, hatte gerade erst Niederländisch gelernt, und dachte: „Bei den Ansprüchen bestehst du hier nichts!“ Acht Wochen später hatte ich alle drei Fächer relativ gut bestanden, durch die Gruppenarbeiten die ersten Niederländer besser kennengelernt und hatte mein Niederländisch stärker verbessert als ich es durch Sprachkurse jemals hätte schaffen können. So zieht sich mein Studium bis heute weiter, nur dass mich die Aussagen der Dozenten nicht mehr schocken. Ich weiß, dass alle Aufgaben die sie mir geben machbar sind und mir im Endeffekt nur helfen zu lernen.

Anneke über Betriebswirtschaft

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Anneke, drittes Jahr Betriebswirtschaft:
„Am Anfang bin ich täglich nach Enschede gependelt und das war schlimmer als erwartet. Ich hatte das Gefühl eine Art Doppelleben zu führen. Ich fuhr nach der Vorlesung schnell nach Hause um zu meinem Sport zu gehen, während man gerade in den ersten Monaten die meisten neuen Leute kennen lernt… Nach einem halben Jahr hab ich mir dann ein Zimmer in Enschede gesucht und von dem Moment an war alles insgesamt übersichtlicher. Gott sei Dank war die Umstellung vom Gymnasium zum Studium nicht so schlimm. Dadurch, dass ich immer viel neben der Schule gemacht hab, war ich schon daran gewöhnt meine Aktivitäten gut zu planen. Durch diese Disziplin bin ich von Anfang an gut mitgekommen. Auch der Unterricht ist schon anders aufgebaut… Oft haben wir Vorlesung mit 150 Mann und man muss auch mehr auf eigene Faust studieren. Aber Betreuung ist genügend da. Wenn man zu den Seminaren geht, kann man dort viele Aufgaben machen. Falls man mal den Stoff nicht versteht ist dort auch genügend Zeit, um mit dem Dozenten darüber zu sprechen und dann geht’s wieder weiter. Das klappt super. Genauso hat jeder einen persönlichen Studienberater der gemeinsam mit einem dafür sorgt, dass das Studium läuft und dass man sich schnell an das Studentenleben gewöhnt. Was ich echt schön finde ist, dass man während des ersten Quartals schon an einem Projekt arbeitet. In Gruppen mussten wir das bisschen an Fachkenntnissen, das wir hatten, direkt auf ein aktuelles Problem anwenden. Da lernt man enorm viel und jedes Quartal kann man sich dann die Zähne an einem neuen Problem ausbeißen. An der Uni Twente haben wir sowieso viele praktisch orientierte Fächer und Aufträge. Des weiteren geht man regelmäßig in Unternehmen.

Oh ja, du weißt es wahrscheinlich schon, aber die meisten Bücher sind in Englisch. In der Schule war das mein schlechtestes Fach. Mehr als eine 4 kam bei mir da nicht rum, also hatte ich da echt Angst vor. Aber so schlimm ist es nicht. Man hat die Fachterme schnell im Griff und wenn man jemals im Ausland arbeiten will, dann ist es natürlich super hilfreich wenn jeder dieselbe Sprache spricht.“