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Intelligente Waffensysteme, das Projekt ‚Secure Grip’
Eine Pistole, die selbst entscheidet ob derjenige der sie hält damit schiessen darf: das ist das Ziel des Projektes ‚SecureGrip’. Die Technik hierfür basiert auf Biometrie, das heisst, es werden eindeutige biologische Merkmale benutzt um eine Person zu identifizieren. Die Hand des Schützen formt beim Halten der Waffe ein bestimmtes Druckmuster, und dieser Abdruck ist für verschiedene Menschen unterschiedlich. Dadurch kann die Waffe den Gebraucher identifizieren und wird nur dann einen Schuss auslösen, wenn die Identifizierung erfolgreich und die Person hierzu berechtigt ist.

Die wichtigste Anwendung dieses Systems stellen die Dienstwaffen von Polizisten dar. So soll verhindert werden, dass ein Polizist mit seiner eigenen Waffe bedroht, verwundet oder gar getötet wird.
Die Identifizierung des Schützen muss natürlich innerhalb kürzester Zeit passieren, schliesslich kann ein Polizist nicht erst ein paar Sekunden warten wenn er im Notfall seine Pistole gebrauchen muss. Die chinesische Doktorandin Xiaoxin Shang entwickelt Algorithmen und Computerprogramme, die die Erkennung möglich machen. Im dritten Jahr ihres Forschungsprojektes verbessert sie gerade die Erkennungsalgorithmen anhand von Messungen die die Forschungsgruppe bei 50 Polizisten durchgeführt hat.
Ihre Kollegin Ileana Buhan aus Rumänien befasst sich mit den Sicherheitsaspekten der Identifizierung. Aufgrund der Anzahl von 40.000 Waffen, die bei der Polizei in Gebrauch sind, ist die Sicherheit besonders wichtig: die Pistolen müssen die Handdruckmuster der Personen die sie gebrauchen dürfen kennen, andererseits müssen solche Daten zentral gespeichert werden. De dazu nötigen Sicherheitssysteme sind äußerst komplex.

Eine wichtige Vorgabe bei der Entwicklung derartiger Schusswaffen ist, dass mehrere Polizisten von der Pistolen erkannt werden müssen, und zwar sowohl deren rechte als auch die linke Hand. Schliesslich kann man nicht ausschliessen, dass ein Polizist in der Praxis gezwungen ist, die Waffe mit links zu halten. Solche Probleme müssen gelöst werden bevor Waffenhersteller statt mechanischer solche elektronischen Pistolen herstellen. Die wichtigste Frage bei der gegenwärtigen Forschung ist jedoch: Ist das Handdruckmuster eine geeignetes biometrisches Merkmal, und wenn ja, wie kann man davon optimal Gebrauch machen? Hierbei spielen verschiedene ICT-Disziplinen eine Rolle: Mustererkennung zur Identifizierung mittels biometrischer Merkmale; Sensortechnologie um geeignete Drucksensoren für den Waffengriff zu entwickeln; Sicherheitstechnik, für die Speicherung der biometrischen Daten.