Human Factors and Media Psychology

Welchen Einfluss haben ICT-Einrichtungen auf unser Verhalten? Wie werden Medien und das Internet für Verbreitung von Wissen verwendet? Welche „Beziehung“ hat der Mensch zum Computer? Bei der Entwicklung von ICT-Einrichtungen ist dein Wissen als Psychologe sehr wichtig.
In dem Beispiel über sicheres Autofahren (siehe unten), bekommst du einen guten Eindruck, was dich in deinem späteren Berufsleben erwarten wird. Außerdem werden im Anschluss noch interessante Untersuchungen beschrieben.

Autofahrer suchen das Risiko
„Wenn ein Auto sicherer wird, dann fährt man risikobereiter“, erfuhr Willem Verwey. „Als die Gurtpflicht in Kraft trat, ist die Anzahl der Unfälle nicht so stark gesunken wie erwartet, da viele Menschen viel schneller fuhren, als vorher. Offensichtlich nehmen Autofahrer ein gewisses Risiko in Kauf. In Skandinavien war eine Zeit lang ein Kurs Pflicht, in dem das Fahren bei Glätte geübt werden sollte. Dieser wurde schnell wieder abgeschafft, als erkannt wurde, dass vor allem jüngere Fahrer viel riskanter fuhren als vorher. „Was kann jemand während des Fahrens tun, ohne abgelenkt zu werden?“ Das Telefonieren im Auto ist ein bekanntes Beispiel: „Meine Schlussfolgerung war, dass schon das Telefonieren im Auto negative Auswirkungen hat. Selbst wenn du mit einem Headset telefonierst, dann musst du trotzdem eine Nummer eintippen oder raus suchen. Außerdem ist ein Handy so wichtig für uns, sodass du, selbst wenn du auf einer super vollen Kreuzung stehst, dran gehst, wenn es klingelt. Durch Untersuchungen hat sich gezeigt, dass man merklich schlechter fährt, wenn man ein Gespräch führt bei dem man nachdenken muss.“

Informationen filtern
Es wurden Navigationssysteme und Systeme, die das Einschlafen des Fahrers verhindern sollen, untersucht. Jedes System wurde individuell auf seine Sicherheit getestet und zusätzlich wurde die Kombination der Systeme untersucht. „Je mehr Systeme, desto größer die Chance, dass der Fahrer abgeleitet wird. Genau darum muss die Information gefiltert werden und das System muss entscheiden können, welche Informationen in einem bestimmten Moment wichtig sind. Unwichtige Informationen, wie zum Beispiel über den CD-Player musst du nicht mitten in einem Kreisverkehr bekommen, sondern auf einem geraden Weg.“

Das Autofahren ist für den Menschen relativ einfach, aber für einen Computer ist das eine sehr komplexe Abfolge von Informationen. Denn was würde ein automatisch gesteuertes System tun, wenn der Fahrer einen Herzinfarkt bekommt? Das System geht ja davon aus, dass der Fahrer es nach einer Zeit wieder übernimmt.

Wir gehen langsam aber sicher in die Richtung des mitdenkenden Autos. Das Auto lernt auch den Fahrer kennen, denn der eine Fahrer muss vor der einen Situation gewarnt werden, der andere nicht.“

Warum ein Psychologe?
Brauchen geschulte Techniker die Beratung durch Psychologen bei der Entwicklung von neuen Techniken im Auto? „Ja“, antwortet Willem Verwey. „In der Technik ist immer mehr möglich, aber Menschen können nur eine bestimmte Menge an Informationen verarbeiten und das verändert sich auch nicht.

Als Psychologe weißt du, wie Menschen Aufgaben ausführen und wie sie Informationen verarbeiten und kannst so vorhersehen was schief gehen kann. Du weißt als Psychologe in diesen Punkte viel besser Bescheid, als technisch geschulte Forscher. Die Untersuchungen die wir machen, ist sehr wichtig für die Techniker. Denn wer eine gute Maschine für den Menschen bauen will muss erst den Mensch kennen.“

Die Computermaus psychologisch getestet
Nehmen wir einmal das Beispiel vom Computer und der Maus. Die ersten Computer hatten nur Tastaturen. Damals überlegte sich jemand, dass es praktisch wäre so etwas zu haben wie eine Maus. Was für eine Erfindung! Es funktioniert! Erst ist man begeistert, aber später beschaut man sich kritisch die Verbraucherfreundlichkeit des Produktes. Wie gehen Menschen mit der Maus um? Kann man sie verbessern? Wie? Welche Maus ist für wen die Richtige? Hier spielt der ergonomische Psychologe natürlich eine wichtige Rolle.

Medienpsychologie gegen Essstörungen
Was verursacht Magersucht oder Bulimie? Ist das angeboren oder liegt es an der Erziehung? Welche Rolle spielt unsere Gesellschaft und Fernsehprogramme, die uns von morgens früh bis abends spät allerlei Süßigkeiten und Schönheitsideale vorsetzen? Denn wenn Fernsehen unser Verhalten beeinflussen kann, wie entwickeln wir dann die richtigen Filme, um das Problem zu bekämpfen?