Unterricht

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Jedes Studienjahr beinhaltet 40 Studienwochen, die über vier Blöcke (Kwartale) verteilt sind und die jeweils aus zehn Wochen bestehen. Hiervon sind 8 Wochen Vorlesungen und 2 Wochen Examenszeit in der man die Klausuren der Fächer, die man in den ersten 8 Wochen hatte, schreibt. Die Fächer die man folgt werden direkt am Ende des Kwartals getestet. Das kann in Form einer Hausarbeit oder einer schriftlichen Klausur sein. Jedes Kwartal ist so aufgebaut, dass man mit verschieden Lehrformen in Kontakt kommt. Fächer werden zum Teil als Vorlesung gegeben und zum anderen Teil als Arbeitsunterricht, wo die in den Vorlesungen erklärte Theorie angewendet werden muss. Wir gehen davon aus, dass du etwa 40 Stunden pro Woche in dein Studium investierst, wobei ungefähr 25 Stunden Vorlesungen, Übungsunterricht, Gruppenarbeit und praktische Arbeit sind. Die Gruppenarbeit und die praktische Arbeiten werden mit einem schriftlichen Aufsatz und eventuell einer Präsentation abgeschlossen.

Das erste Jahr

Im ersten Jahr werden vor allem die Grundlagen unterrichtet. Man merkt aber schon von Beginn an, dass das Studium sehr auf die Anwendung fokussiert ist. Es dreht sich mehr um das lösen eines Problems, als das Wiedergeben von Tatsachen. Deshalb darf man auch regelmäßig das Buch oder seine Aufzeichnungen mit in die Klausuren nehmen. Man folgt Kurse und Unterricht, behandelt Projekte und folgt Praktika in Mathematik, Physik und Chemie. Die Fächer haben untereinander und mit den Projekten und Praktika viel gemeinsam. Der praktische Unterricht macht 40% im ersten Jahr aus. Man bekommt ein erstes Bild von Untersuchung auf dem Gebiet Material- und Prozesstechnologie.

Weiter unten ist eine Übersicht von allen Fächern aus dem erstem Jahr wiedergegeben.

Das zweite Jahr

Im zweiten Jahr nimmt der Anteil Mathematik schon stärker ab und man baut sein Wissen und seine Kenntnisse weiter aus. Viele Fächer, Projekte und Praktika sind aus dem Bereich Chemie und Prozesstechnologie sowie einige Fächer aus dem Bereich Materialkunde. Am Ende des Jahres schreibt man ein Hausarbeit in dem man einen vorhanden Prozess beschreiben und untersuchen muss und zum Teil auch selbst entwerfen muss. Man muss verschiedene Variablen abwägen und berechnen. Am Ende muss man seine Resultate präsentieren und man besucht einen Betrieb in dem der untersuchte Prozess betrieben wird.

Das dritte Jahr und der Minor

Im dritten Jahr hat man Fächer, Projekte und Praktika auf dem Gebiet Materialkunde und Prozesstechnologie. Aber man hat auch die Möglichkeit im dritten Jahr ein Fach selbst zu wählen und somit sich schon einmal für eine Richtung zu entscheiden. Etwa die Hälfte des Studienjahr (20 EC's oder 20 Wochen) ist man mit dem Minor beschäftigt den man sich selbst ausgesucht hat. Ein Minor ist zusammenhängendes Paket von Wahlfächern in einem anderen Fachgebiet. Man kann z.B. einen Teil eines anderen Studiums wie Psychologie oder Betriebswirtschaft folgen. Aber es gibt auch spezielle Minors, wie Unternehmertum, Management und Innovation, Raumfahrttechnik oder ein Internationler Minor. Während des Bachelorauftrages (15 EC's) – meistens am Ende des dritten Jahres – führt man selbstständig ein Projekt aus, wobei man meistens einen Teil eines Forschungsprojekts ausmacht. Dies kann an der Universität selbst oder auch (teils) im Ausland sein. Die Bachelorarbeit wird aber im Regelfall bei einer Forschungsgruppe an der Universität geschrieben.

Fächer des ersten Jahres

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Calculus

Der Student vertieft sich und erweitert sein Wissen über die Mathematik Dies ist wichtig für das Begreifen und Anwenden der mathematischen Modelle in vielen Fächern des Studiums. Oft sind die Aufgaben so schwierig, dass sie vereinfacht werden müssen. Bei solchen Modellierungsaufgaben ist ein gutes Wissen über die mathematischen Begriffe sehr wichtig. Es ist aber nicht dringend notwendig Leistungskurs Mathe im Abitur zu haben auch mit einem Grundkurs ist es möglich diese Fächer zu verstehen und zu bestehen.

Energie und Entropie

Im alltäglichen Leben bestehen Systeme häufig aus extrem vielen Teilchen. Da es unmöglich ist jedes Teilchen auf Mikroebene für sich zu untersuchen, wird mit einem makroskopischen Modell gearbeitet: Eigenschaften eines Systems werden als Ganzes angesehen – Beispiele sind die Wärmeleitfähigkeit und die Wärmekapazität. Die Prinzipien werden durch die Thermodynamik beschrieben. Wichtig sind das erste und zweite Gesetz: Das Gesetz von Energieerhalt und das Gesetz der maximalen Entropie. Das Fach ist nicht nur Chemie sondern zeigt das die Physik nicht immer von der Chemie zu trennen ist.

Orientierung technischer Naturwissenschaften

Man macht Bekanntschaft mit den aktuellen Naturwissenschaften so wie sie an der Universität Twente untersucht werden. Man arbeitet in einer Gruppe an einem aktuellen Problem bei einem Forschungsprojekt, wobei man durch einen wissenschaftlichen Assistenten oder Mitarbeiter unterstützt wird. Man vertieft sich in sein Projekt und führt, wenn möglich, auch ein Experiment aus. Außerdem betrachtet werden die Organisation, Methodik und internationale Positionierung des Forschungsprojekts. Dieses Fach ist ein Projektfach und wird mit einer Präsentation am Ende des Quartals getestet.

Praktikum: Experimente

Die Experimente sind aus dem Gebiet der Chemie und Physik. Man kann selbst wählen aus welchem Bereich man die Experimente machen möchte wobei es jedoch auch Pflicht ist am Anfang ein Experiment der Physik zu machen. Im Normalfall bleibt es auch bei diesem einem Experiment.

Am Anfang steht das man die Theorie die hinter dem Experiment versteht und ein paar kleine Aufgaben macht. Auch stellt man eine Hypothese auf die getestet werden soll. Danach kommt das experimentieren selbst. Man muss die gewünschten Daten versammeln und diese am Ende auswerten und somit überprüfen ob die aufgestellte Hypothese stimmt. Diese Experimente macht man nicht alleine. Sie werden meistens in zweier Gruppen ausgeführt und ein Student aus einem höheren Jahr begleitet euch dabei. Dieser beurteilt am Ende auch wie ihr gearbeitet habt.

Projekt: Materialkunde

Man lernt die Eigenschaften von verschiedenen Klassen von Materialien kennen. In Gruppen wird an einem Skript über die modernen Aspekte in der Materialkunde gearbeitet und dieses wird am Ende präsentiert.

Lineare Algebra

Elementare lineare Algebra ist ein Basisfach für viele Richtungen in der (angewandten) Mathematik. Dieses Fach ist auch eine direkte Unterstützung für Fächer aus der Chemie oder Physik. Das Ziel hierbei ist, Systeme von linearer Gleichung lösen zu können, unter anderem auch Differenzen- und Differentialgleichungen.

Dynamisches Modellieren und Simulationen

Man lernt chemische und physikalische Systeme mathematisch zu umschreiben, wobei das Erkennen von Variablen in den Systemen im Mittelpunkt steht. Die mathematische Umschreibung wird für das Analysieren und Simulieren des dynamischen Prozesses genutzt. Ein kritisches Betrachten der Simulation und der realen Gegebenheiten wird erlernt. Das Fach wird mit der Modulation einer chemischen Reaktion abgeschlossen. Außerdem wird das erlernte Wissen auch mit Tests abgefragt. Auch besteht dieses Fach aus einem sowohl praktischen als auch theoretischen Teil. Der praktische Teil besteht darin das du mit einem Partner die Systeme entwirfst.

Prozesstechnologie

Bei diesem Fach geht es darum schon einmal einen Einblick in die Welt der Prozesstechnologie zu bekommen. Hierbei lernst du zum Bespiel, wie man eine Bilanz über die eingehenden Stoffe in einem Reaktor und den ausgehenden Stoffen, sowie über die Reaktion die stattfindet, aufstellt. Wenn du später in die Richtung der Prozesstechnologie gehen möchtest bekommst du hier schon einmal einen guten Einblick darüber was du später machen wirst.

Struktur und Reaktionsvermögen

In diesem Fach lernt man die Basisprinzipien des Atom- und Molekülaufbaus, Gitterstrukturen und chemische Reaktionen in der organischen und anorganischen Chemie. Das Fach ist aufgeteilt in einen organischen Teil und einen anorganischen Teil, die auch bei dem Examen getrennt von einander getestet werden.

Abschlussprojekt des 1. Jahres

In einer Gruppe von vier oder fünf Studenten entwickelt man einen Versuch für nachhaltige Brennstoffe im Verkehr. Am Anfang liest man sich in das Thema des Projektes ein und erklärt welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt. Danach vertieft man sich in eine Möglichkeit um am Ende in einem Experiment den nachhaltigen Brennstoff herzustellen. Das Projekt wird abgeschlossen mit einer Präsentation und dem testen des hergestelltem Brennstoffes.

Rianne Elizen erzählt über ihr Erste-Jahrs-Projekt: “Das Ziel des Projektes ist es beinahe alles anzuwenden, was man im ersten Jahr gelernt hat. Unser Thema war „Biologische Brennstoffe“ und bestand aus drei Teilen: Ein Vorversuch, in dem verschiedene Möglichkeiten getestet wurden, dann eine planmäßiger Ausführungsaufbau des gewählten Materials und schließlich die praktische Ausführung. Am Ende mussten wir eine Gruppenpräsentation halten, in dem jeder einen Part vortragen musste. Wir hatten eine tolle Gruppe mit sechs Leuten. Nach der tiefgehenden Forschung nach allen möglichen Brennstoffen entschlossen wir uns Bioöl aus Biomasse, oder auch pflanzenähnlichen Stoffen, herzustellen. Die Ausführung machte etwas mehr Spaß, als der erste Teil des Auftrags, aber das Spannendste kam erst nach der schriftlichen Ausführung. In einer kleinen Versuchsfabrik stellten wir selbst Öl aus Holz her. Man sieht dann genau wie so etwas auch in großen Mengen hergestellt werden kann. Im Allgemeinen ein idealer Abschluss des ersten Jahres: spannend und interessant.”