Technische Medizin
Hier findest du eine Übersicht der Fächer, die dich im ersten Jahr erwarten.
Messen und bearbeiten von Signalen
Anatomie und bildformende Techniken
Molekularbiologie, Biochemie und Genetik
Der Blutkreislauf und das Immunsystem
Einführung in die pathophysiologischen Grundbegriffe
Klinisches Praktikum: Der Patient
Eine solide mathematische Grundkenntnis und die Möglichkeit damit schnell umgehen zu können, sind notwendig um alles Weitere was das eigentliche Studium betrifft gut verstehen und auch anwenden zu können. Natürlich sind die Dinge die du in der Schule gelernt hast schon mal ein guter Anfang, aber leider lange noch nicht ausreichend. Mathematik I ist zu Beginn deines Studiums deshalb ein guter Anfang dein Basiswissen zu erweitern.
Dein mathematisches Wissen ist brauchst du um quantitative Modelle des menschlichen Körpers zu erstellen, die zum Beispiel die Wirkung und die Effekte von Medikamenten oder Operationen simulieren.
In diesem Fach werden Begriffe wie Kontinuität und Differenzierbarkeit ausgiebig behandelt. Denn viele Probleme, auch aus der Praxis, sind häufig so komplex dass sie zur Veranschaulichung und auch zum Verständnis vereinfacht werden müssen. Die Vereinfachungen werden mathematisch meist mit Grenzwerten beschrieben. Zudem befasst du dich mit analytischen Lösungsmethoden, z.B. Integrale und Differenzialgleichungen.
Das du dir diese Dinge auch wirklich zu eigen machst und sie auch praktisch anwenden kannst wird durch viele Übungen sicher gestellt. In einem Praktikum wird dann auch wirklich der Bogen zwischen der Theorie und der wirklichen Anwendung im medizinischen Bereich geschlagen.
Dieses Fach besteht aus drei Teilen:
1. |
Grundlagen der Vektor und Matrizenrechnung |
2. |
Matlab |
3. |
Geometrische Näherung von Vektoren und Matrizen |
Vektoren kennen wir bereits aus der Physik. Dort werden sie benutzt um anzugeben in welche Richtung Kräfte wirken und wie groß diese sind. Zunächst werden Vektoren hier als eine Sammlung von Daten betrachten die ein Element in einem n-dimensionalen Raum beschreiben. Der zweite Teil dieses Faches besteht aus einem Praktikum in dem du erste Erfahrungen mit dem Computerprogram Matlab machst. Mit Hilfe dieses Programmes kann man lineare Gleichungen gelöst werden aber auch das Schreiben von eigenen Programmen ist hiermit möglich. Im dritten Teil geht es weiter mit Vektoren und Matrizen. Hierbei soll vor allem ihre Messtechnische Bedeutung behandelt werden
In diesem Fach werden folgende mathematische Themen behandelt: Komplexe Zahlen, eulersche Formel, Differentialgleichungen, Deltafunktion und die Fourier- und Laplacetransformation.
Diese mathematischen Kenntnisse sind wichtig für die Analyse von jeglichen Signalen die am oder im menschlichen Körper gemessen werden können. Zu denken ist hierbei zum Beispiel an das EEG oder das EKG.
In diesem Fach stehen das (biomedizinische) Messsystem und die Analyse von biomedizinischen Signalen im Zeit und Frequenzbereich im Vordergrund. Basisbegriffe der Messtechnik und der Signalanalyse werden daher behandelt.
Dieses Fach besteht zum Teil aus einem Praktikum in dem die Studenten zwei Teilexperimente machen.
Ein “Messpraktikum” bei dem ein einfaches EKG-System eingeführt wird.
Eine Signalanalyse Aufgaben, bei denen einige Aspekte der verschiedenen Signalanalysetechniken angewandt werden
Dieses Fach beschäftigt sich vor allem mit der Anatomie des Brust-, Bach-, und Beckenbereiches. Hierbei werden auch die funktionellen Zusammenhänge der einzelnen Organe betrachtet. Der physikalische Teil dieses Faches beschäftigt sich unteranderem mit MRT, Röntgen und Ultraschall. Es ist wichtig zu wissen wie die oben genannten physikalischen Techniken zu Aufnahmen des menschlichen Körpers führen um eine richtige Interpretation der Bilder zu ermöglichen.
Im Bereich Biochemie werden folgende Themen behandelt: wichtige chemische Reaktion in der Biologie, Proteinstrukturen, Enzymkinetik, die Struktur der Membran und ihre Transportmechanismen, die Synthese und der Abbau von Biopolymeren und energieproduzierende Systeme.
Der Bereich Molekularbiologie und Genetik schafft hingegen die Grundkenntnisse für zellbiologischen Prozesse wie z.B. DNA-Replikation, Regulation von Genausprägung, intrazellulärer Transport von Proteinen, Zell-Zell Kommunikation, Regulierung des Zellzyklus, und die Entwicklung von Zellen du ganzen Gewebestrukturen. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf den Hintergrund von zellulären Dysfunktionen und das Entstehen von Krankheiten gelegt.
Sämtliche wichtige Funktionen im Körper werden durch hormonale und neurogene Feedback Regelsysteme kontrolliert. Um diese Systeme im ganzen verstehen zu können muss man sie aus den verschiedensten Perspektiven betrachten. Hierfür muss man sein medizinische, physiologisches, physikalisches und regeltechnisches Wissen miteinander verbinden. Dieses Fach versucht dir beizubringen dein Wissen aus den verschiedensten Gebieten zu integrieren.
Dieses Fach soll dir eine Übersicht über die Komplexität und Unterschiedlichkeit des Immunsystems vermitteln. Zunächst lernst du einige Hauptkomponenten kennen und welche Funktionen diese haben. Das Fach ist als folgende Teilgebieten unterteilt:
1. |
Erste allgemeine Eigenschaften kennen lernen |
2. |
Der Blutkreislauf – wie ist er aufgebaut und welche Abweichungen gibt es? |
3. |
Die makroskopische Immunreaktion |
4. |
Die mikroskopische Immunreaktion – angeborene und nicht angeborene Reaktionen. |
5. |
Immunschwäche |
6. |
Infektionen |
7. |
Autoimmunität und Überempfindlichkeit |
8. |
Therapiemöglichkeiten – wie kann ich das Immunsystem stimulieren oder aber auch unterdrücken? |
Im Mittelpunkt steht hier wie ein lebender Organismus auf äußerer Einflüsse reagiert. Die hierbei auftretenden pathophysioligischen und zellbiologischen Prozesse und Mechanismen werden an Hand von einigen relevanten Krankheiten besprochen. Adaptive und pathologische Veränderungen in einem Organ haben meistens zur Folge das auch weitere Organe morphologische und funktionelle Veränderungen aufweisen.
Auch wird in diesem Fach die Zeit genutzt um Möglichkeiten von mathematischen und physikalischen Modellen aufzuzeigen um z.B. den Verlauf einer Krankheit zu simulieren und die Folgen davon verständlicher und anschaulicher zu machen.
Lineare Algebra und Matlab
In diesem Fach steht erneut die Mathematik im Vordergrund. Desweiteren wird einem hier beigebracht wie man mathematische Probleme mit Hilfe des Computerprogramms Matlab lösen kann. Hier behandelte Themen sind: Vektoren, Matrizen, Lösen von linearen Gleichungen und zwei- und dreidimensionale Figuren.
In diesem Fach lernst du professionell mit Situationen umzugehen. Vom zukünftigen Technischen Mediziner erwartet man dass er/sie professionell mit Patienten und Kollegen umgehen kann. Er/sie muss in der Lage sein in den verschiedensten Situationen und mit den unterschiedlichsten Personen über komplexe Themen sprechen zu können. Zudem wirst du in Zukunft häufig im Team arbeiten, daher musst du im Stande sein mit Leuten effektive zusammenarbeiten zu können.
Im ersten Jahr deines Studiums wirst du dich auf die Patientenperspektive konzentrieren, d.h. dass du dich in die Lage des Patienten versetzen musst um ihn zu verstehen. Wie ist es ein „Patient“ zu sein, mit einer Krankheit oder einem Handicap? Wie ist es unter dieser/diesem eine Zeit lang oder auch für immer leiden zu müssen? In welchen Situationen werden ich damit konfrontiert und wie gehe ich damit um? All diese Fragestellungen sollen dir dabei helfen dich im späteren Berufsleben einfühlsam mit deinem Patienten auseinander setzen zu können.
Dieses Fach besteht daher aus mehreren Teilen:
1. |
Feedback geben und empfangen |
2. |
Lernen zu reflektieren |
3. |
Kommunikation zwischen Technischen Medizinern und Patienten |
4. |
Patientengespräche |
5. |
Klinische Psychologie |
6. |
Die einzelnen Teilgebieten werden durch theoretische und praktische Tests abgefragt. |
Im ersten Jahr erfüllt das Orientierungspraktikum vor allem den Zweck sich vertraut zu machen wie im Krankenhaus bzw. in Rehabilitationszentren Patienten versorgt werden. Du sollst an möglichst vielen Aktivitäten teilnehmen, die dir einen guten Überblick darüber verschaffen was es heißt medizinische Betreuung zu leisten. Es wird als wichtig empfunden, dass du möglichst alle relevanten Bereiche in einer klinischen Umgebung kennenlernst. Hierbei sollst du dich im Besonderen auf die technischen Möglichkeiten konzentrieren. Während deines Praktikums wirst du in einer Pflegeabteilung arbeiten und wirst vor Ort mitbekommen was die Aufnahme in ein Krankenhaus für einen Patienten bedeutet. Das Praktikum muss zwei Wochen lang sein.