Tamar in Twente

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http://www.utwente.de/tg/praxis/%5Eoverzicht.html/overzicht-1.jpgDie Suche nach 'dem' Studium begann im letzten halben Jahr meiner Schulzeit. Nach mehreren Beratungen, Broschüren und vielen Stiften und Papier hatte ich beschlossen in Groningen Medizin zu studieren. Da ich aber nicht den herausragendsten Notendurchschnitt hatte, musste ich einsehen, dass ich auch eine zweite Wahl haben musste, für den Fall das ich nicht ausgelost werde. So begann ich noch einmal zu suchen.

Ich stellte eine Übersicht von Studiengängen zusammen, die mir interessant vor kamen und verkleinerte danach meine Liste nach und nach. Schließlich blieben noch Biomedizinische Technologie und Technische Medizin über. Bei Biomedizinischer Technologie brauchte ich mich nicht zwischen Physik und Biologie entscheiden, sondern konnte die beiden Fächer kombinieren! Es erschien mir genial durch die Produktion von zum Beispiel Prothesen bedürftigen Menschen zu helfen.

Aber auch für Technische Medizin galt dasselbe. Ich brauchte mich nicht zwischen Physik und Biologie zu entscheiden. Und beide Studiengänge schienen mir geeignet. Außerdem war es sehr wahrscheinlich, dass man später im Krankenhaus mit Patienten arbeiten konnte und das fand ich sehr interessant! Ein kleiner Nachteil: Auch bei Technischer Medizin wurde ein Losverfahren durchgeführt. Dennoch besuchte ich Enschede, um mir beide Studiengänge etwas näher anzuschauen. Am folgenden Tag war ich mir dann klar, dass ich Technische Medizin studieren wollte!

Technische Medizin, was auch Klinische Technologie genannt wird, kann man nur in Twente studieren. Auf der ganzen Welt wird man kein vergleichbares Studium finden. Deshalb konnte ich mich auch nicht für eine andere Stadt entscheiden. Aber das brauchte ich auch gar nicht, denn Enschede sprach mich von Anfang an sehr an. Eine richtige Studentenstadt, mit einer Universität, einer Fachhochschule und einem Konservatorium.

Eine schöne und gemütliche, übersichtliche und vertraute Stadt, in der man überall Bekannte trifft. Außerdem hat man an der Universität viele Sportmöglichkeiten, so dass man als Student seine Kondition trainieren kann.

Mittlerweile wohne ich hier schon einige Zeit und ich kann nur sagen, dass das studieren der Technischen Medizin in Enschede super genial ist!”

Die Entstehung der technischen Medizin

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http://www.utwente.de/tg/praxis/%5Eoverzicht.html/overzicht-2.jpgMedizin ist ein Fach mit einer langen Tradition. Jahrhunderte lang haben neue Generationen das Wissen über den menschlichen Körper von ihren Vorgängern übernommen. Sie haben verschiedene Krankheitsformen erlernt und wie man sie behandelt. Jeder Arzt muss auf jedem Teilgebiet Kenntnis haben, so wie zum Beispiel Geburten, schwere Grippe, Blinddarmentzündungen, tiefe Schnittwunden, ein gebrochenes Bein oder Diabetes - für alle diese Krankheiten muss ein Arzt die Behandlungsmethode kennen.

Kein Wunder dass das Studium im Laufe der Zeit immer länger dauerte. Wer heute beschließt Arzt zu werden muss sich erst durch ein sechs jähriges Grundstudium schlagen. Danach trägt man den Namen Arzt, aber wer als Hausarzt, Kardiologe, Neurologe oder Chirurg arbeiten will, der muss noch mal vier bis sechs Jahre, oder sogar länger, studieren.

Kein anderes Studium ist darum so teuer, wie das für medizinische Spezialisten. Alle Experten sind sich deshalb einig, dass sich auf dem Gebiet der medizinischen Berufe viel verändern wird.

Dadurch dass Menschen viel älter werden, und dadurch dass Krankheiten viel schneller erkannt werden können, wird die Anzahl der Patienten in Krankenhäusern schnell zunehmen. Aber es kann nicht unendlich viel Geld in das Gesundheitswesen gesteckt werden. Und außerdem können die neuen Ärzte mit der Anzahl neuer Patienten nicht mehr mithalten. Deshalb muss ein großer Teil der Arbeit, welcher jetzt zusätzlich den Ärzten zur Last fällt, von anderen übernommen werden.

Gleichzeitig werden die Krankenhäuser immer mehr mit neuer und extrem fortschrittlicher Technik überströmt. Der Technische Mediziner wird sein Wissen hier sehr gut anwenden können. Er wird neue, komplexe Behandlungen ausführen, aber auch neue Behandlungsmethoden mit der Technologie, die jetzt oder auch erst später vorhanden ist, entwickeln können.

In dem Studium `Technische Medizin´ wird vor allem auch Kreativität erwartet, denn man studiert nicht nur routinierte Handlungen ein. Es ist wichtig, dass man den menschlichen Körper im gesunden und kranken Zustand versteht und begreift. Denn die verschiedenen Systeme in unserem Körper sind alle mit einander verbunden.

Das ECTM

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http://www.utwente.de/tg/praxis/%5Eoverzicht.html/overzicht-3.pngDas 'Experimental Centre of Technical Medicine' (ECTM) ist ein Zentrum, in dem allerlei Materialien und Apparaturen für die Studenten der technischen Medizin bereit stehen. Das ECTM ist sehr gut geeignet, um die Fertigkeiten als Technischer Mediziner zu trainieren. So kann man zum Beispiel zur Vorbereitung des Sezierens anatomische Modelle studieren. Aber was das Zentrum vor allem interessant macht ist das Sortiment an technischen Apparaturen, und die Möglichkeit, diese Geräte benutzen zu können. Hierfür ist der Hauptraum immer unter Begleitung eines Studentenassistenten (ein Student aus einem höheren Semester) geöffnet. Auch die vier Themenräume kann man immer nutzen. Neben dem Fertigkeitsunterricht wird auch nach neuen Techniken geforscht. Beispielsweise muss man im Fertigkeitsunterricht Injektionen setzen, Wunden heften oder nähen.

Der 'Human Patient Simulator'

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http://www.utwente.de/tg/praxis/%5Eoverzicht.html/overzicht-4.jpgDer 'Human Patient Simulator' (HPS) im ECTM ist ein beeindruckendes Beispiel der Simulationstechnologie. Die Puppe hat sehr 'menschliche Eigenschaften', wie die Atmung, ihr Pupillenreflex und das blinzeln der Augen. Außerdem kann diese Puppe an die Geräte eines Krankenhauses angeschlossen werden, und es ist möglich ihr Medikamente zu geben. In diesem Fall gibt man ihr aber nicht etwa richtige Medikament, sondern man muss einen Strichcode einlesen, welche dann für eine bestimmtes Medikament steht. Diese sind nur einige Eigenschaften von vielen, wodurch die Puppe so realistisch wie möglich die Reaktion eines echten Patienten widerspiegelt.

Im Studium wird die HPS gebraucht, um den Studenten die physiologischen Prozesse im menschlichen Körper zu demonstrieren. Im Masterstudium bekommt man an Hand der HPS seinen Fertigkeitsunterricht. Während des Masterstudiums ist die Puppe eines der Hauptthemen. Man muss als technischer Mediziner nicht nur wissen, was die Reaktionen auf verschiedene Interaktionen sind, sondern auch wie ganz grundlegende Prozesse im Körper ablaufen. Das beste an der HPS ist, dass man nach jeder „Behandlung“ die Möglichkeit hat, auf ´Reset` zu gehen. Hierdurch kann man aus seinen Fehlern lernen, ohne dass man Patienten in Gefahr bringt. Die HPS wird nicht nur zum Lernen benutzt, sondern auch zur Erforschung von physiologischen Prozessen und neuen Behandlungsmethoden.

Fertigkeitsunterricht

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http://www.utwente.de/tg/praxis/%5Eoverzicht.html/overzicht-5.jpgDer Fertigkeitsunterricht spielt eine wichtige Rolle im ECTM. So werden zum Beispiel Workshops angeboten, um auf freiwilliger Basis einige Facetten des Studiums besser kennen zu lernen. Auf diese Weise ist man als Student sehr flexibel, wann und wie oft man üben will.

Heften ist einer dieser Fertigkeiten, die man als Student lernen sollte. Natürlich ist Heften und Nähen auf einem Stück Haut die einfachste Art, um es zu erlernen. Es kann später natürlich vorkommen, dass man viel tiefer im Körper heften oder nähen muss. Um diese tiefen und auch anderen Nähtechniken zu erlernen, besitzt das ECTM einen so genannten 'Nähtrainer'. Diese Halter aus Plexiglas kann man mit Hilfe von Magneten und Haken ziemlich kompliziert machen. Im Masterstudium wird der Fertigkeitsunterricht weiter ausgebreitet und auch getestet. So wird von einem Studenten erwartet dass er heften, injizieren und nähen kann und dieses auch gut geübt hat. Dies kann man in den verschieden Themenräumen sehr gut üben. Diese Räume kann man allein oder auch mit Gruppen reservieren. Neben dem Beherrschen von Fertigkeiten und dem Besitz von Wissen finden wir es bei der Technischen Medizin auch sehr wichtig, dass man gut mit einem Patienten kommunizieren und umgehen kann. Deswegen sind die Themenräume mit Kameras ausgestattet, sodass man ein eventuelles Gespräch mit einem Patienten im Nachhinein ausgiebig analysieren kann. Hierdurch lernt man sich selbst gut kennen, und weiß hinterher, was man an seinen eigenen Methoden verbessern sollte.